Christian Halbrock, Mitbegründer der Umwelt-Bibliothek in seiner Wohnung in Prenzlauer Berg

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Ann-Christine Jansson lernte alle Adressen der Menschen, die sie besuchte, auswendig. Im Zusammenhang mit den Pfingstkrawallen wollte sie Christian Halbrock in seiner Wohnung zusammen mit zwei dänischen Journalisten besuchen. Doch hatte sie vergessen, welches die Wohnungstür Halbrocks war und klingelte an der falschen Tür. Es öffnete ein junger, gutgekleideter Mann, die Wohnung mit Stereoanlage ausgestattet. Verwundert über den Standard in der DDR und in Verlegenheit gebracht, wie sie verschleiern konnten, dass ihr eigentliches Ziel die DDR-Opposition war, erzählten sie, als Journalisten über das Alltagsleben berichten zu wollen. Nach einem kurzen Interview, verabschiedeten sich die Journalisten und erreichten schließlich doch noch die Wohnung Halbrocks. Die Aufnahme entstand im Gegenlicht für den Fall, um Christian Halbrock zu schützen.
Verabredungen telefonischer oder schriftlicher Art gab es nicht. Vieles spielte sich in den Privatwohnungen der Menschen ab. Entweder dort oder in der Zionskirche waren sie auch meist anzutreffen. Mißtrauen ihr oder ihrer Arbeit gegenüber hat die Fotografin trotz der riskanten Aufnahmen nicht erfahren.